Felix Banaszak weiß, was Arbeit ist. Andere machen sie.

banaszak erklärt Arbeit

Grünen-Chef Felix Banaszak kennt sich mit Arbeit aus.

Sein Großvater war Industriearbeiter, seine Eltern Krankenpfleger. Banaszak selbst macht Karriere bei den Grünen. Und versteht es offenbar ausgezeichnet, andere arbeiten zu lassen.

„Ich weiß, was Arbeit ist“, erklärt Felix Banaszak 2024 dem Tagesspiegel. Eine bemerkenswerte Feststellung, die er sogleich mit überzeugenden Belegen untermauert: Seine Familie habe Krankenpfleger, Industriearbeiter und Automechaniker hervorgebracht.

Banaszak selbst bringt es zum Grünen-Vorsitzenden. Auch eine Art Arbeit. Nur anders.

Dazwischen liegt ein Studium, der Zivildienst in der Altenpflege, ein Nebenjob als Pizzafahrer und eine nahezu lückenlose Karriere im grünen Parteiapparat. Außerdem habe er unzählige Unternehmen besucht und mit deren Beschäftigten gesprochen.

Damit dürfte die Frage seiner praktischen Qualifikation geklärt sein. Wer einem Schweißer oft genug zusieht, kann irgendwann auch schweißen. Vielleicht. Zumindest kann er erklären, wie es geht. Wie Eunuchen. Die wissen auch wie es geht.

Banaszak hat die Sache eleganter gelöst. Er lässt arbeiten. Als ein 74-jähriger Elektromeister, der nach eigenen Angaben bis zum 70. Lebensjahr gearbeitet hat, auf Abgeordnetenwatch wissen will, ob Banaszak jemals längere Zeit in einem erlernten Beruf tätig gewesen sei, antwortete nach knapp sieben Monaten dessen Team. Über Felix Banaszak. In der dritten Person.

Bei Kaisser Wilhelm II erledigte man solche Dinge auch bei Hofe. Heute heißt das Zivilkabinett Team Banaszak. Das Ergebnis ähnelt sich im Ton. Und stellt klar, dass die Persönlichkeit viel zu wichtig ist, um mit dem gemeinen Volk zu sprechen. Seine Majestät haben geruht, die Anfrage eines Untertanen beantworten zu lassen. In der dritten Person, versteht sich.

Offenbar ist die Frage nach eigener Arbeit auch eine Angelegenheit, die man besser anderen überlässt.

Auch beim Wandern funktioniert das System vorbildlich. Der Vorsitzende trägt Verantwortung, die Mitarbeiterin das Gepäck. Bei einer Grünen-Wanderung auf den Brocken beobachtet ein NIUS-Reporter, wie Banaszaks Pressesprecherin den Rucksack trägt und ihm daraus Wasser reicht. Gelebter Feminismus: Die Zeiten, in denen Männer Frauen schwere Lasten abnehmen, sind vorbei. Immerhin durfte sie ihm das Wasser reichen.

Und dann wäre da noch das Klima. Während die Grünen seit Jahren erklären, weshalb die Bevölkerung ihre Mobilität grundlegend verändern muss, nimmt Banaszak im März 2026 für die Strecke Frankfurt–Berlin das Flugzeug. Ausgerechnet zwischen Frankfurt und Berlin, zwei Städten, die täglich durch zahlreiche ICE-Verbindungen verbunden sind, muss es das Flugzeug sein.Die Begründung liefert wieder das Team: Der Terminkalender habe eine Bahnfahrt nicht zugelassen. Natürlich. Wenn der gewöhnliche Bürger auf das Klima Rücksicht nehmen soll, heißt das Verkehrswende. Wenn der Grünen-Chef selbst fliegt, heißt das Termindruck. Möglicherweise musste er irgendwo dringend erklären, was Arbeit ist.

So ergibt sich ein geschlossenes Bild. Andere haben die Berufserfahrung. Andere beantworten die Fragen. Andere tragen den Rucksack. Und andere sollen auf das Fliegen verzichten. Arbeit kann man bekanntlich auf zwei Arten kennenlernen.

Indem man sie macht. Oder indem man sie verteilt.

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